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Hi Liza! Zuerst möchte ich
Dir ganz herzlich dafür danken, dass Du Dir die Zeit für dieses kurze Interview nimmst. Es war nicht ganz einfach Dich ausfindig zu machen. Wie geht es Dir?
Liza: Danke, mir geht es gut.
Es ist nun schon mehr als zehn Jahre
her, seit Du Deinen ersten Hit mit Captain Jack “Captain Jack” hattest. Wie war es damals für Dich, von heute auf morgen plötzlich ganz oben in den Charts zu stehen?
Liza: Es war ein unglaubliches Gefühl. Wir hatten niemals damit gerechntet, dass wir solchen Erfolg haben würden. Wir
gingen praktisch von 0 auf 100 und alle interessierten sich plötzlich für uns. Wahnsinn!!
Nach zwei sehr erfolgreichen Alben
der Formation Captain Jack, hast Du die Gruppe verlassen und im Sommer 2000 Deine erste Solo-Platte “Banana Coco” aufgenommen. Wie kam es zu der Entscheidung, Deine musikalische Karriere alleine weiter zu verfolgen?
Liza: Nach 3 Jahren on Tour hatte ich das Gefühl, ich brauche neue musikalische Herausforderungen. Ich komponiere
viel oder mag auch andere Musikrichtungen wie Jazz zum Beispiel. Ich musste herausfinden, was ich wirklich will. Deshalb musste ich einen Schlussstrich ziehen.
Nach Banana Coco hat man leider sehr lange nichts mehr von Dir gehört, bis man plötzlich 2 Jahre später Deine Stimme im Radio und den Discotheken wieder hören
konnte. Im Juli 2002 wurde “Ocean of Eternity” zusammen mit Future Breeze veröffentlicht. Wie kam es zu dieser Kollaboration?
Liza: Die Zusammenarbeit kam über mein Management zustande. Es hat mich auch sehr gefreut, darin mitzuwirken. Mein Herz schlägt für elektronische und für Jazz oder Bossa Nova gleichermaßen.
Deshalb macht es mir auch so viel Spass die Grenzen zu überschreiten und wieder etwas ganz anderes zu machen. Es ist auch wieder was neues elektronisches angedacht. Dazu aber später mehr.
Gab es noch mehrere dieser Projekte in den letzten Jahren, oder war “Ocean of Eternity” Deine letzte Veröffentlichung?
Liza: Ich hatte noch andere Veröffentlichungen mit Resonace 44 (mit Mark NRG) bei Superstar Records.
Oder einen Song mit Paul Hutsch. Ich habe mich aber dann wieder auf mein Live-Business konzentriert.
Planst Du für die Zukunft eine ähnliche Zusammenarbeit mit anderen Künstlern, oder sogar wieder mit Future Breeze?
Liza: Ja, auf jeden Fall möchte ich weiterhin elektronisches in Kollaboration mit anderen Künstlern machen. Ob Future Breeze, kann ich nicht sagen. Wenn´s soweit ist, sage ich bescheid.
Nun ist es in den letzten Jahren wieder sehr still um Dich geworden. Was ist in der Zwischenzeit passiert?
Liza: Richtig still ist es nicht. Ich habe sehr viel live gespielt. Nun aber habe ich eine sehr tolle Band (Hotel
Bossa Nova), mit der ich recorde und veröffentliche. Aktuell: auf dem Sampler Café Copacabana Vol. 4 sind wir mit 2 Titeln vertreten.
Unser Live-Album wird im September 2006 rauskommen und das Studio-Album im Frühjahr 2007. Mit Hotel Bossa Nova habe ich neues Terrain betreten. Ich singe erstmals auf portugiesisch,
meiner Muttersprache, und auschliesslich Bossa Nova, der ja bekanntlich auch Brazilian Jazz genannt wird. Momentan läuft es sehr gut an.
Wir hoffen auch, dass wir einige gute DJs mit ins Boot bekommen für die Remixe unseres Studio-Albums.
Mit Hotel Bossanova
hast Du nun Deine eigene Band. Von den Einflüssen der 90er Jahre ist kaum noch etwas zu
spüren, sondern eher von den Wurzeln Deiner Herkunft. Ist das auf der Bühne eine neue Seite von Liza da Costa, oder ist das schlicht und ergreifend die Liza, wie sie wirklich ist und die das macht, was ihr Spaß macht und sich frei entfalten kann?
Liza: Ob mit Captain Jack oder mit Hotel Bossa Nova, ich möchte immer ich selbst bleiben.
Man kann auf der Bühne nicht lügen. Jedenfalls nicht über viele Jahre hinweg, das wäre extrem anstrengend. Ich mache immer was ich fühle, und habe die Erfahrung gemacht, das ist der Beste Weg. Bei Hotel Bossa Nova
vereinigen sich viele Komponenten: wir komponieren und wir spielen live und wir haben das Ziel, jedes Jahr ein neues Album zu machen. Wenn man elektonische Musik macht, leiht man seine Stimme im Studio, hat aber nicht viel
mit dem Live-Event zu tun. Das ist mit meiner Band natürlich anders. Was ich will, ist auf der Bühne stehen und den direkten Response der Zuschauer spüren - das ist mein Lebenselexir.
Noch dazu mit den wirklich besten Musikern des Jazz zu arbeiten, macht mich sehr stolz.
Wie kam es zu dem Namen “Hotel Bossa Nova”?
Liza: Diese Idee kam von unserem
Schlagzeuger Wolfgang Stamm. Wir wollten einen Namen, bei dem man sofort erfasst, was passieren wird. Das klingt etwas pragmatisch, aber es erspart eine Menge Erklärungen.
Liza, Du hast auch heute noch sehr viele
Fans, die Dich sehr vermissen und darauf brennen bald wieder eine neue Platte mit Deiner Stimme zu hören. Was möchtest Du Deinen Fans sagen?
Liza: Haltet Augen und Ohren offen. Und schaut auf bei mir rein: lizadacosta.com oder hotelbossanova.com
Unternehmen wir nun einen kleinen Ausflug in die Zukunft. Wenn Du, sagen wir mal zehn Jahre nach vorne schauen könntest. Was würdest Du sehen?
Liza: Schwer zu sagen. Vieles ändert sich so schnell. Ich würde gerne weiterhin mit Hotel Bossa Nova on Tour sein.
Gehen wir nun von der Zukunft für einen kurzen Sprung zurück in die Vergangenheit. In den 90ern erlebte Euro-Dance seine absolute Höchst-Stufe, fast schon
wöchentlich sprossen neue Projekte hervor. Heute ist leider sehr still geworden und viele der großen Namen, wie auch Deiner sind fast ganz verschwunden. Woran denkst Du liegt das?
Liza: Das ist ganz normal. Gerade bei Projekten und bei Musikwellen, wo jeder ein bischen mit surfen und verdienen möchte.
Ich finde es gut, das die Musik und die Mode sich weiterentwickelt. Momentan ist ja wieder 80er-Retro angesagt und ich muss sagen, diese Musik ist immer noch cool. Ich glaube der Eurodance wird in den nächsten
Jahren auch eine Renaissance erleben. Und wir werden feststellen, dass der ein oder andere Song wirklich sehr gut war ;-)
Hast Du noch Kontakt zu anderen Bands aus der Euro-Dance Zeit?
Liza: Ich hatte etwas Kontakt zu Benjamin Boyce von Caught in the Act. Aber ansonsten eher nicht. Mir ist es wichtig nach vorne zu schauen und neue Themen anzupacken.
Leider sind wir nun schon am Ende angelangt. Ich möchte mich nochmals ganz herzlich bei Dir dafür bedanken, dass Du mir so geduldig die vielen Fragen beantwortet hast,
auch im Namen all Deiner Fans. Ich wünsche Dir alles erdenklich gute, viel Erfolg und vor allen Dingen viel Spaß mit Hotel Bossa Nova. Ich würde mich freuen in nächster Zeit, wieder etwas neues von Dir zu hören.
Liza: Danke, ich wünsche Dir auch für Deine Karriere viele Erfolg.
Liebe Grüße, Liza da Costa
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